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...im
Jahre 1870
als Traugott Finkbeiner mit dieser Anzeige
in der Neuenbürger Zeitung "Der Enzthäler"
die Gründung seiner Schlosserei anzeigte,
markiert zugleich den Beginn einer langen
Unternehmensgeschichte:
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Mut
zum Risiko brachte der Firmengründer mit
- zudem gab die bevor- stehende Gründung
des "Deutschen Reiches" durch
Bismarck Handwerk, Handel und Gewerbe neue
Impulse. Die Anfangsjahre waren hart, aber
als sich Traugott Finkbeiner 1918
aus dem Geschäft zurückzog, konnte er seinem
Sohn Eugen einen strukturell gesunden Betrieb
übergeben.
Die
Schwierigkeiten begannen danach, denn Eugen
Finkbeiner musste mit den bitteren Folgen
des 1. Weltkrieges kämpfen und mit den wirtschaftlichen
Sorgen der Nachkriegsjahre und der Inflationszeit
fertig werden. Doch nach den Problemen dieser
Notjahre trieb er den Anbau an das bestehende
Wohn- und Werkstattgebäude in Neuenbürg,
Unterwässerweg voran und konnte die Werkstattfläche
um 100 qm Grundfläche erweitern.
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 Eugen
Finkbeiner - mit dem Plan in der Hand, zu
seinen Füßen Sohn Alfred - mit den Mitarbeitern
um 1924; dahinter das Eingangstor zum Alten
Friedhof von Neuenbürg, von ihnen angefertigt.
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Die
aufkeimende Hoffnung auf einen weiteren
Ausbau der Firma wurde durch den Ausbruch
des 2. Weltkrieges zunichte gemacht.
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Ein
Ereignis im September 1945
verursachte
darüber hinaus einen schmerzlichen und folgenschweren
Einschnitt in der Firmen- und Familiengeschichte
der Finkbeiners. Eugen Finkbeiner kehrte
von einer Transportfahrt nach Rastatt nicht
zurück und blieb, zusammen mit dem Fahrer,
verschollen.
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Erst
nach 25 Jahren wurde der Tod der Männer am Dreimarkstein
bei Dobel bestätigt - die Geschehnisse, die dazu führten,
liegen weiter im Dunkeln.
Sohn
Alfred kehrte im November 1945 aus amerikanischer Kriegsgefangen-
schaft heim. Der Vater - zugleich der Lehrherr - war
nicht mehr da und die Zukunft für einen Handwerksbetrieb
schien in dieser kritischen Zeit hoffnungslos zu sein.
Doch der
24-Jährige krempelte die Ärmel hoch und packte mit Ent-
schlossenheit und Zähigkeit zu. Mit Mut, Fleiß und Durchhaltevermögen
gelang es ihm, in Beruf und Privatleben wieder Tritt
zu fassen (Meisterbrief 1947).
 Werkstatt
und Wohnhaus im Neuenbürger Unterwässerweg.
Die
Währungsreform 1948 stellte die Weichen für neue Wirtschaftskraft
in Deutschland und auch mit der Schlosserei Finkbeiner
ging es wieder voran. Die Kunden wussten die Zuverlässigkeit
eines soliden Handwerkbetriebes unter engagierter Führung
zu schätzen. Die Firma entwickelte sich zu einem in
der Region anerkannten Fachbetrieb. Und rechtzeitig
zum 100. Firmen- jubiläum 1970
konnte Alfred Finkbeiners Sohn Ernst seinem Vater den
Meisterbrief präsentieren.
 Vater
Alfred und Sohn Ernst gemeinsam an der Arbeit. Im Vordergrund
das geschmiedete Meisterstück von Ernst Finkbeiner.
Die
Kontinuität der Firma war damit - jetzt schon in der
vierten Generation - für weitere Zukunftsjahre gesichert.
Vater und Sohn arbeiteten als Meister erfolgreich Seite
an Seite und sorgten in gemeinsamer Verantwortung für
einen weiteren Firmenaufschwung. Die gute Geschäftslage
wurde genutzt, 1972
die Enge der Räume im Unterwässerweg mit einem großzügig
geplanten Neubau in der Bahnhofstraße 98-100 zu tauschen
(Bauzeit 1972 -1974; Erweiterung 1994-1995.
 Werkhalle
in der Neuenbürger Bahnhofstraße
Bis
heute hat sich die bauliche Lösung, die Werkhalle, Bürotrakt
und Wohnhaus vereint, bewährt.
1983
übernahm Ernst Finkbeiner die Firmenleitung. Alfred
Finkbeiners Tod Weihnachten 1993
hinterließ eine große Lücke. Das Fest, mit dem 1995
die
125-jährige Firmengeschichte in der großen Werkhalle
gefeiert wurde, hat er nicht mehr erleben können.
 Das
125-jährige Jubiläum in der ausgeräumten Werkhalle.
Handwerks-Vize Präsident Rau gratuliert Firmenchef Ernst
Finkbeiner, seiner Mutter Gertrud und Ehefrau Anne.
Heute sieht
Ernst Finkbeiner mit Freude in die Zukunft, denn mit
seinem Sohn Jens, der im Juli 2005
die Meisterprüfung im Metallbauer -Handwerk abgelegt
hat, wird auch die fünfte Generation Finkbeiner ihre
Arbeitskraft und neue Ideen in den Familienbetrieb einbringen.
 Vater
Ernst und Sohn Jens freuen sich gemeinsam über den frisch
erworbenen Meisterbrief. Im Vordergrund das Meisterstück.
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